ZEV, vZEV & LEG

Solarstrom gemeinsam nutzen

Eine Solaranlage produziert tagsüber oft mehr Strom, als im eigenen Gebäude gerade benötigt wird. Mit einer Energiegemeinschaft können weitere Haushalte und Unternehmen diesen Strom nutzen.

Dafür gibt es drei Modelle: ZEV, vZEV und LEG. Sie unterscheiden sich vor allem darin, welche Gebäude teilnehmen können, wie der Strom gemessen wird und ob für den Austausch das öffentliche Stromnetz genutzt wird. Modellübersicht

ZEV – Solarstrom im Gebäude oder Areal gemeinsam nutzen

ZEV bedeutet «Zusammenschluss zum Eigenverbrauch». Mehrere Haushalte oder Unternehmen nutzen gemeinsam den Strom einer Solaranlage. Die teilnehmenden Gebäude sind über private Leitungen hinter einem gemeinsamen Netzanschlusspunkt verbunden.

Das eignet sich beispielsweise für ein Mehrfamilienhaus oder eine Überbauung. Der Solarstrom wird vor Ort verbraucht. Reicht er nicht aus, bezieht der ZEV zusätzlichen Strom aus dem Netz. Gegenüber dem Energieversorger tritt die Gemeinschaft als ein gemeinsamer Kunde auf. ZEV erklärt

Ein Beispiel: Auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses wird Solarstrom produziert. Die teilnehmenden Wohnungen nutzen ihn für Haushaltsgeräte, während auch die gemeinsame Wärmepumpe damit betrieben werden kann.

Wer stellt meine Stromrechnung aus?

Die ZEV-Verantwortlichen oder ein beauftragter Abrechnungsdienstleister. Abgerechnet werden Ihr Anteil am Solarstrom und Ihr zusätzlicher Strombezug aus dem Netz.

Müssen bestehende Mieterinnen und Mieter mitmachen?

Bei der Gründung in einer bestehenden Liegenschaft können sie die Teilnahme ablehnen. Bei neuen Mietverhältnissen kann die Teilnahme Bestandteil des Mietvertrags sein. Teilnahme und Organisation

Ist der Solarstrom automatisch günstiger?

Für Mietverhältnisse gelten gesetzliche Preisregeln. Bei der pauschalen Abrechnung darf der intern erzeugte Strom inklusive zugehöriger Nebenkosten höchstens 80 Prozent des entsprechenden externen Standardstromprodukts kosten. Alternativ ist eine Abrechnung anhand der tatsächlichen Kosten unter gesetzlichen Grenzen möglich. Die Ersparnis auf der gesamten Rechnung hängt auch vom Netzstromanteil ab. Leitfaden Eigenverbrauch

Was passiert nachts oder bei schlechtem Wetter?

Fehlender Strom wird aus dem öffentlichen Netz bezogen. Die Organisation dieses Bezugs übernimmt der ZEV. VSE-Handbuch Eigenverbrauch

vZEV – Solarstrom über bestehende Anschlüsse gemeinsam nutzen

vZEV bedeutet «virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch». Er verfolgt denselben Zweck wie ein ZEV: lokal erzeugten Strom gemeinsam nutzen. Für die Abrechnung werden jedoch die Messdaten der intelligenten Stromzähler des Netzbetreibers verwendet.

Dadurch lassen sich bestehende Gebäude häufig mit weniger Umbauten einbinden. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch benachbarte Häuser über ihre bestehenden Anschlussleitungen teilnehmen. Entscheidend ist, wie sie elektrisch miteinander verbunden sind. Dieses Modell ist seit 2025 möglich. vZEV erklärt

Ein Beispiel: Ein Mehrfamilienhaus produziert Solarstrom. Zwei benachbarte Häuser können mitmachen, weil ihre Anschlüsse die technischen Voraussetzungen erfüllen. Die Zählerdaten zeigen, welcher Anteil des Solarstroms den einzelnen Teilnehmenden zugeordnet wird.

Kann jedes Nachbarhaus teilnehmen?

Nein. Die räumliche Nähe allein genügt nicht. Der Netzbetreiber prüft den gemeinsamen elektrischen Verknüpfungspunkt und die zulässigen Anschlussleitungen.

Müssen neue Kabel verlegt werden?

Häufig sind keine neuen Verbindungsleitungen nötig. Ob Zähler oder Installationen angepasst werden müssen, hängt vom Gebäude und der vorhandenen Infrastruktur ab. Voraussetzungen und Messung

Bleibe ich als Teilnehmer direkt Kunde des Energieversorgers?

Für die Stromversorgung übernimmt der vZEV die gemeinsame Organisation. Wie beim klassischen ZEV wird der Zusammenschluss gegenüber dem Netzbetreiber als ein Endverbraucher behandelt. Die einzelnen Rechnungen erstellt die vZEV-Verwaltung oder ihr Dienstleister. VSE-Handbuch Eigenverbrauch

Ist ein vZEV immer günstiger als ein ZEV?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Weniger Umbauten können die Startkosten senken. Für einen fairen Vergleich zählen aber auch laufende Mess- und Abrechnungskosten sowie die Menge an gemeinsam genutztem Solarstrom.

LEG – Solarstrom im Quartier gemeinsam nutzen

LEG bedeutet «Lokale Elektrizitätsgemeinschaft». Seit 2026 können Haushalte, Unternehmen und Stromproduzenten innerhalb einer solchen Gemeinschaft lokal erzeugten Strom über das öffentliche Verteilnetz austauschen.

Damit erreicht Solarstrom auch Gebäude ausserhalb eines ZEV oder vZEV. Die Teilnehmenden müssen unter anderem in derselben Gemeinde, beim gleichen Netzbetreiber und auf derselben Netzebene angeschlossen sein. Für den innerhalb der LEG ausgetauschten Strom gelten reduzierte Netznutzungstarife. LEG erklärt

Ein Beispiel: Eine Gewerbehalle hat eine grosse Solaranlage. Haushalte und andere Betriebe im zulässigen Gebiet beziehen einen Teil dieses Stroms über eine gemeinsame LEG.

Kann ich ohne eigene Solaranlage mitmachen?

Ja. Eine LEG verbindet Stromproduzenten mit Verbrauchern. Ein eigenes Solardach ist für den Strombezug nicht erforderlich.

Bleibe ich Kunde meines bisherigen Stromversorgers?

Ja. Die LEG ergänzt Ihren Strombezug. Der zusätzliche Strombedarf wird weiterhin über Ihre bestehende Versorgung gedeckt. Die Abrechnung des lokalen Stroms organisiert die LEG; je nach Lösung erhalten Sie separate oder zusammengeführte Rechnungen. Versorgung und Abrechnung

Wie viel spare ich?

Das hängt vom vereinbarten Strompreis, den Gebühren und Ihrem Anteil an LEG-Strom ab. Der Abschlag auf den dafür anwendbaren Netznutzungstarif beträgt grundsätzlich 40 Prozent ohne Transformation und 20 Prozent bei Nutzung einer zusätzlichen Transformationsebene. Diese Prozentsätze gelten nicht für die gesamte Stromrechnung. LEG-Tarife

Modellvergleich

Merkmal

ZEV

vZEV

LEG


Grundidee

Solarstrom hinter einem gemeinsamen Netzanschluss teilen

Eigenverbrauch mit rechnerisch zusammengeführten Zählerdaten

Lokalen Strom über das öffentliche Netz austauschen


Typischer Einsatz

Mehrfamilienhaus oder Areal

Bestehende Gebäude und geeignete Nachbarhäuser

Quartier, Haushalte und Gewerbe


Verbindung

Private Leitungen

Zulässige bestehende Anschlussleitungen

Öffentliches Verteilnetz


Messung

Private interne Zähler

Smart Meter des Netzbetreibers

Smart Meter des Netzbetreibers


Welches Modell passt zu Ihrer Liegenschaft?

Für ein gemeinsam erschlossenes Gebäude oder Areal lohnt sich die Prüfung eines ZEV. Sollen bestehende Zähler und geeignete Nachbaranschlüsse eingebunden werden, kommt ein vZEV infrage. Soll lokaler Strom einen grösseren Teilnehmerkreis über das öffentliche Netz erreichen, ist eine LEG zu prüfen.

Entscheidend ist auch, wann Strom produziert und verbraucht wird. Wer viel Strom während der Sonnenstunden benötigt, kann mehr lokale Energie direkt nutzen. Ein Energiemanagement kann beispielsweise das Laden von Elektroautos und den Betrieb der Wärmepumpe darauf abstimmen.

Mit Liveno zur passenden Energielösung

Sie möchten Solarstrom gemeinsam nutzen? Wir prüfen mit Ihnen, welches Modell zu Ihrer Liegenschaft passt, und begleiten Sie bei Energiekonzept, Energiemanagement und Abrechnung.

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